17.03.2020 08:42
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Militär
«Grösste Mobilmachung seit Zweitem Weltkrieg»
Bis zu 8'000 Armeeangehörige sollen in der nächsten Zeit die Gesundheitseinrichtungen und die zivilen Behörden unterstützen. Es sei die grösste Mobilmachung seit dem Zweiten Weltkrieg, sagte Verteidigungsministerin Viola Amherd.

Die zivilen Strukturen funktionierten noch gut, sagte die Bundesrätin am Montag in Bern vor den Medien. Doch die Zahl der Erkrankungen steige. «Wir müssen vorsorglich alles dran setzen, damit es so bleibt.»

Priorität habe zurzeit der Einsatz der Sanität. Rund 3'000 Personen kann die Armee für sanitätsdienstliche Unterstützung stellen. Sie könnten in allgemeiner Grund- und Behandlungspflege helfen sowie bei Transport oder der Überwachung von Patienten, sagte Amherd.

Versorgung mit Nahrungsmitteln

Zivile Fachleute würden nicht zum Militär verschoben, betonte die Verteidigungsministerin. Denn rund 90 Prozent der Dienstleistenden der Spitalbataillone hätten andere Berufe, aber eine anerkannte Ausbildung in Grundpflege.

Auch bei logistischen Dienstleistungen, etwa der Versorgung mit Nahrungsmitteln, kann die Armee helfen. Oder Armeeangehörige unterstützen kantonale Polizeien oder das Grenzwachtkorps. Die Obergrenze von 8'000 Armeeangehörigen gilt bis Ende Juni.

Fünf Kantone um Hilfe gebeten

Gegen 300 Angehörige des Spitalbataillons 5 der Armee rücken wegen der Coronavirus-Pandemie am Montag für Hilfseinsätze in den Kantonen ein. Fünf Kantone haben mittlerweile um Unterstützung durch die Armeeangehörigen gebeten.

Am Montagvormittag lagen Anfragen der Kantone Tessin, Graubünden, der beiden Basel und Thurgau vor, wie Armeesprecher Daniel Reist auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.


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