23.10.2020 18:52
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/blu
EU
Imitate: Kein Schutz bei Fleisch
In der EU wird keine neuer Bezeichnungsschutz für Fleisch- und Fleischprodukte eingeführt. Landwirtschaftsverbände hatten sich dafür eingesetzt. Bei Milchprodukten wird der Schutz verstärkt.

Das EU-Parlament hat sich am Freitag gegen einen neuen Bezeichnungsschutz für Fleisch und Fleischprodukte entschieden. Einem Gesetzesentwurf zufolge hätten pflanzliche Lebensmittel keine tierisch anmutenden Bezeichnungen mehr tragen dürfen. Dieser war als Teil der Verordnung zur gemeinsamen Marktorganisation (GMO) im Zuge der Festlegung der Position des EU-Parlaments zur künftigen EU-Agrarpolitik eingebracht worden.

Vor allem Landwirtschaftsverbände hatten sich massiv für das Verbot der Fleischbezeichnungen für Ersatzprodukte stark gemacht, das Vorhaben wurde jedoch innerhalb des EU-Parlaments mit Skepsis gesehen. 

EU-Abgeordnete Simone Schmiedtbauer bedauerte in einer ersten Reaktion den Ausgang des Votums. "Wir haben einen funktionierenden Schutz für Milchbezeichnungen, der vom Europäischen Gerichtshof bestätigt wurde. Dass nun auch ein Schutz für Fleischbezeichnungen eingeführt werden sollte, wäre für mich die logische Konsequenz - ganz abgesehen von den Grabenkämpfen, die sich rund um das Thema aufgetan haben", so die österreichische ÖVP-Agrarsprecherin gegenüber der APA. 

Anders sieht es bei Milchprodukten aus: Der Gesetzesentwurf für strengere Regeln für Milchalternativen erhielt eine Mehrheit von 386 zu 290 Stimmen. Bezeichnungen wie «Mandelmilch» sind in der EU bereits verboten. Der Europäische Gerichtshof urteilte 2017, dass als Milch nur Erzeugnisse bezeichnet werden dürfen, die aus der «normalen Eutersekretion» von Tieren gewonnen werden. Das Gleiche gilt für die Bezeichnungen von Milchfolgeprodukten als «Käse» oder «Butter». Der Gesetzesentwurf sieht nun vor, dass auch beschreibende Ausdrücke wie «à la», «Typ» oder «Nachahmung» nicht zugelassen werden sollen.

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