19.10.2019 08:24
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/dpa
Deutschland
Werbespot macht Bauern hässig
«Kühe sind keine Milchmaschinen» heisst es in einem neuen Spot des Süsswarenherstellers Katjes. Doch jetzt wird Kritik gegen den Werbespot für vegane Schokolade laut. Der deutsche Werberat fordert Katjes auf, sich zu den Vorwürfen zu äussern.

Kühe marschieren wie Soldaten im Gleichschritt. Dunkle Wolken zieren den Himmel über der Kuharmee.

Die roten Euter schwingen im Takt des Marsches. «Jedes Leben ist wertvoll und Kühe sind keine Milchmaschinen, auch nicht für Schokolade», erklingt eine Frauenstimme im Off. Es geht auch «Cool ohne Kuh», lautet die Botschaft am Schluss für die vegane Schokolade, die aus Haferdrink herstellt wird. Dieser Spot trägt dem Unternehmen nun heftige Kritk ein.


Katjes prüft Vorwürfe

Nach Kritik des Bayerischen Bauernverbandes am Werbespot hat der Deutsche Werberat das Unternehmen zu einer Stellungnahme aufgefordert. Das sagte die Leiterin des Rats, Katja Heintschel von Heinegg, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Eine Sprecherin von Katjes bestätigte, die Aufforderung des Werberats erhalten zu haben. Die Vorwürfe würden nun geprüft. Weitere Details könne man derzeit nicht nennen. Die Werbung für vegane Schokolade von Katjes provoziert. Und das wollte das Unternehmen wohl auch erreichen.

«Überzogene Visualisierung»

«Der Clip ist eine sehr einseitige und überzogene Visualisierung von Massentierhaltung», kritisierte Werberat-Leiterin von Heinegg. Es werde suggeriert, dass alle Molkereien ihre Tiere so hielten und jeder Milchkonsument Tiere ausbeute. «Mitbewerber, die Schokolade mit Milch anbieten, werden möglicherweise verleumdet oder herabgewürdigt», betonte sie. 

Markus Drexler vom Bayerischen Bauernverband twitterte zuvor, dass der Spot diskriminierend und ungerechtfertigt sei. Der Verband habe Beschwerde beim Werberat eingelegt. Für den Fall, dass Katjes den Werbespot nicht löscht, kann der Werberat das Unternehmen öffentlich rügen.Der Rat habe den Fall zudem an die Wettbewerbszentrale weitergeleitet, sagte von Heinegg. Diese prüfe, ob das Werbevideo gegen das Wettbewerbsrecht verstosse.

«Die landwirtschaftlichen Betriebe sind zu hohen Standards im Tierschutz verpflichtet», sagte Theo Runge vom Landvolk Diepholz. Er fordert eine Entschuldigung von Katjes. Zudem soll das Unternehmen die Verbreitung des Werbespots einstellen.

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