31.03.2020 10:50
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Milch: Mooh kürzt Abzug im April
Die grösste Schweizer Milchhandelsorganisation reagiert auf die erhöhte Nachfrage nach Milch. Im April reduziert Mooh den Überlieferungsabzug für Produzenten im Planungsmodell um 4 Rappen pro Kilo Milch.

Die Coronakrise hat den Detailhandel und Grosshandel erfasst. Während in den Supermärkten teils Hamsterkäufe zu beobachten waren, ist in der Gastronomie und in der Hotellerie der Absatz zusammengebrochen. 

Hoher Absatz im Detailhandel

Der Milchmarkt ist kurzfristig weniger stark betroffen, schreibt Mooh. Durch den hohen Konsum sei der Absatz der Milch gesichert. «Milch und Käse als Grundnahrungsmittel werden auch während einer drohenden Wirtschaftskrise weiter konsumiert», schreibt Mooh. Auch der zum Erliegen gekommene Einkaufstourismus kurbelt den Absatz im Detailhandel an. Die Organisation rechnet im Inland mit einer starken Zunahme bei Molkereiprodukten wie Jogurt, Konsummilch, Butter und Babynahrung.

Beim Milchfett ist das Angebot knapp, Importe sind wohl unausweichlich. Beim Export, Käse und Schokolade, hingegen dürften sich Einbussen abzeichnen. «Ob die positiven oder die negativen Effekte in den kommenden Wochen überwiegen, kann derzeit nur schwer abgeschätzt werden», hält Mooh fest.

Höhere Nachfrage im April

Für den April rechnet Mooh mit einer deutlich höheren Nachfrage nach Milch als zu dieser Jahreszeit üblich. «Als marktorientierte Produzentenorganisation reagiert Mooh umgehend: Produzenten im Planungsmodell, die mehr liefern als vertraglich festgelegt, erhalten einen um vier Rappen pro Kilogramm tieferen Überlieferungsabzug», teilt die Organisation am Dienstag mit. Die Kürzung des Abzugs gilt für alle Milchsorten, da die Nachfrage bei allen Milchsorten grösser ist als üblich im April

Das Planungsmodell der Mooh hat monatlich fix vereinbarte Liefermengen. «Produzenten erhalten auf die gesamte gelieferte Milchmenge einen Planungsbonus», hält die Mooh fest. Moment beträgt dieser 1.5 Rp. je Kilo. Im Gegenzug wird ein marktorientierter Abzug auf Unterlieferungen im Sommer und Überlieferungen im Frühling vorgenommen. Das Ziel des Modells ist es, den Bauern mehr Handlungsspielraum zu geben.

Mooh ist nach eigenen Angaben mit 4'100 Milchproduzenten in 20 Kantonen der Nordost- und Nordwestschweiz und in zwei Sprachregionen die führende Milch-Produzentenorganisation in der Schweiz. Täglich werden 1.5 Millionen Kilo Milch transportiert. Insgesamt handelt Mooh pro Jahr rund 630 Millionen Kilo Milch. Mooh ist aus der Zusammenführung des Milchhandelsgeschäfts der MIBA Genossenschaft und der Nordostmilch AG entstanden. Später kamen 400 Prolait-Industriemilch- und 270 Biomilchpool-Produzenten hinzu.

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