27.01.2020 16:38
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Organisationen
«SMP sollen Milchbauern vertreten»
Am Schweizer Milchmarkt herrscht kein eitel Sonnenschein. Die Basisorganisation BIG-M übt harsche Kritik an den Schweizer Milchproduzenten (SMP). Die Dachorganisation müsse sich ausschliesslich für die Interessen der Milchbauern einsetzen, fordert BIG-M.

Sauer stösst BIG-M auf, dass die SMP den Preisaufschlag als Erfolg kommuniziert. «Seit Einführung des grünen Teppichs liegt der A-Preis 4 Rappen über dem Vorjahr, während er in der ersten Jahreshälfte noch 2 Rappen unter dem Vorjahr lag», heisst es in einem Jahresrückblick der SMP.

Scheinbarer Aufschlag

Für BIG-M handelt es sich hierbei um einen vermeintlichen Aufschlag. Die Organisation hat die Milchauszahlungspreise der vergangenen Monate analysiert. Sie kommt zu folgendem Resultat: «Anfang 2019 haben die Milchkäufer bei sinkender Milchmenge zugleich den Milchpreis gesenkt, um dann im September einen scheinbaren Zuschlag für den grünen Teppich bezahlen zu können, ohne den Milchpreis effektiv erhöhen zu müssen.»

Gemäss dem SMP-Bericht ist die A-Milch-Menge im 2. Halbjahr um 12 Prozent gesunken. Für BIG-M ist klar: Schlecht bezahlte A-Milch wurde als gutbezahlte B-Milch deklariert. Zwar sei der Milchpreis in der Statistik gestiegen, doch der Milchbauer habe nichts davon. 

Grüner Teppich nützt nur Verarbeitern und Detailhändlern

Der von den SMP ausgewiesene höhere A-Preis sei «geradezu lächerlich und wiederspiegelt kaum die längst fällige Milchpreiserhöhung durch die stetig sinkende Milchmenge.» In der Tat ist die Milchmenge 2019 um knapp 2 Prozent gesunken.

«Der grüne Teppich dient also einzig und allein den Verarbeitern und Detailhändlern, die dadurch ein Argument bekommen, ihre Marge nochmals zu erhöhen», kritisiert BIG-M die SMP. Die Milchbauern seien weiterhin Spielball der Marktmächtigen.

SMP soll Farbe bekennen

Für BIG-M ist klar: Ohne kostendeckenden Milchpreis haben die Milchproduzenten keine Zukunft. Die Dachorganisation der Schweizer Milchproduzenten kämpfe mit der kommunizierten Preiserhöhung um seine Berechtigung. BIG-M fordert von den SMP, Farbe zu bekennen. 

«Entweder Ihr vertretet ausschliesslich die Milchbäuerinnen und Milchbauern oder Ihr erklärt die noch obligatorischen Beiträge für den SMP als freiwillig», heisst es in der Mitteilung der Basisorganisation. Die «Machenschaften» der Verarbeiter und Detailhändler sollen die SMP nicht mehr decken. Dass immer mehr Milchproduzenten die SMP verlassen, sei ein Warnsignal. 

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