4.08.2020 16:07
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Alp
Alptracker warnt vor Mutterkühen
Zwischen Wanderern und Mutterkühen kann es zu Zwischenfällen kommen. Eine App soll nun mithelfen, solche Situationen wenn möglich zu verhindern.

Wegen der Corona-Pandemie reisen viele Schweizerinnen und Schweizer nicht ins Ausland. Sie suchen Erholung im Inland, so auch in den Alpen. Und hier kann es zu Konflikten kommen. Ende Juli kam es auf der Bannalp im Kanton Nidwalden zu einer ungemütlichen Begegnung für zwei Wanderer.

Kühe stiessen Paar zu Boden

Das Paar war zusammen mit dem Hund auf einer Alpweide unterwegs. Doch dann näherten sich fünf Kühe mit zwei Jungtieren. «Als wir bemerkten, dass die Kühe es auf unseren Hund abgesehen haben, liessen wir ihn von der Leine. Er suchte aber Schutz bei mir, was die Kuh noch aufgebrachter machte», schrieb David Brenn in einer Mail an die Gemeinde Wolfenschiessen.

Die Kühe gingen auf die Frau los und stiessen sie zu Boden. Das Paar zog sich Prellungen und Blessuren zu. Der Vorfall ereignet in jenem Bereich, wo der Wanderweg durch die Weide führt.

Tracker am Halsband

Insbesondere von Hunden fühlen sich die Kühe bedroht. Auch die Anwesenheit eines Wolfs macht die Kühe aufmerksamer. Die Muttertiere wollen ihre Kälber schützen. Wenn Menschen und Kühe aufeinandertreffen, kann es zu Unfällen kommen. Solche Situationen wollen Bauern und Touristiker im Kanton Graubünden künftig wenn möglich verhindern. 

Im Gebiet der Arena Alva in der Region Flims wollen sie versuchen, den Wanderern mehr Sicherheit zu geben. In einem Pilotprojekt werden Mutterkühe mit einem Alptracker ausgerüstet. Alpmeister Gion Beeli aus Sagogn GR macht beim Projekt mit. Beeli hat einige seiner Kühe mit einen speziellen Halsband ausgerüstet. An diesem ist der Tracker angebracht.

Kühe auf App sichtbar

Dank den Signalen, die der GPS-Tracker übermittelt, können die Touristen über eine App in Erfahrung bringen, wo sich die Kühe gerade befinden. Von den 320 Tiere in der Testregion werden rund 10 Prozent mit einem Tracker ausgerüstet. 

Mit der App können die Wanderer feststellen ob sich in der Nähe Kühe aufhalten, sagt Valentin Luzi, Abteilungsleiter Agrarmassnahmen beim Bündner Amt für Landwirtschaft und Geoinformation zu «20 Minuten». Das sagt auch Gion Beeli. «Dank der App sehen die Wanderer, wo sich die Kühe befinden. Sie können anschliessend selbst entscheiden, ob sie die Weide durchqueren wollen», sagt der Alpmeister der Alp Sogn Martin zu «RTR».  Die App soll Ende August in Betrieb gehen. 

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