22.09.2020 13:15
Quelle: schweizerbauer.ch - Robert Alder
Viehzucht
Alltagstiere, die funktionieren
Auch dieses Jahr hat sich Andreas Hänni mit seiner Familie und dem Team entschieden, die Home Sale durchzuführen. 30 handverlesene Lose aus internationalen Kuhfamilien sind vom 25. bis 27. September im Angebot.

Was ist ein guter Züchter, und welche Kuh züchtet dieser? Das sind Fragen, die sich Andreas Hänni immer wieder stellt. Fragen, die je nachdem weit auseinandergehen können.

Der Holstein-Züchter aus Gerzensee hat seine Strategie weitgehend gefunden: «Eine gute Kuh funktioniert problemlos im Alltag und macht wenig Probleme. Ich strebe nicht die letzten 100 ISET an, aber auf gute Genomwerte schaue ich auf jeden Fall», sagt der Endvierziger. Die Herde müsse aber neben der Leistungsbereitschaft auch homogen sein.

Fünfte Auflage

Am letzten Septemberwochenende steigt auf seinem Hof die fünfte Home Sale. Klar, dass er anbieten will, was auf dem Markt gefragt ist. Auf seiner Besamungsliste sind die Genomstiere Hulk, Solitair und der frisch geprüfte King Doc stark vertreten. Zu den Stieren mit Töchtern, von denen die ersten im Stall melken, zählen Hotspot, Chief, Bandares oder Doorman.

Hänni hat in viele nordamerikanische Kuhfamilien investiert. «Man muss mehrere Generationen melken, bis man die durchschlagenden Eigenschaften kennt», ist er überzeugt. «Es ist schwieriger geworden, an die besten Linien heranzukommen», weiss er dazu. Welche Familie hat er zu wenig genutzt? Andreas Hänni überlegt nicht lange: «Rudolph Zip. Von ihr hatte ich nur Shottle-Embryonen. Nichts davon ist übrig geblieben, weil wir nur Stiere hatten.» 

Freude am Erfolg anderer

Wichtig sei, dass die Käufer seiner Tiere zufrieden seien und mit ihrem eigenen Präfix etwas entwickeln könnten. Ja, von einigen habe er positive Rückmeldungen. So habe die Schausiegerin Luna Lena ihren Weg nach England gefunden und produziere dort gut. Eine rote ArmaniHänni Farms High Octane Davina habe an der Swiss Expo ihre Kategorie gewonnen, oder zwei Lucky-Töchter machten bei ihren neuen Besitzern frisch abgekalbt viel Freude.

Trouvaillen dabei

Was wird diesmal geboten? Andreas Hänni ist wie immer bereit, auch das Beste gehen zu lassen, wenn die Preisvorstellung stimmt. Beispielsweise Riveting Maylani Rae RC aus einer zweitlaktierenden Kingboy. «Kingboy drückt schon in der ersten Generation den Stempel auf.» Das neunmonatige Rind kann einen ISET von 1523 und einen IFF von 128  und Kasein A2A2 vorweisen. Von ähnlicher Währung ist ein gleichaltriges Rind aus der Paarung Hotspot Bandares aus der Skylar-Cherry-Linie mit 1502 ISET und 131 IFF.

Ein Klassiker, wenns täglich funktionieren soll. Ein Klassiker ganz anderer Art ist ein Nachkomme von Lexie Rae EX 96. Etwas für Liebhaber bewährter Genetik, nämlich die direkte Kombination von Goldwyn und Durham. Schauliebhaber dürfte Lilifee Rae, ein Chief-Rind aus einer Doorman-Tochter, direkt von Liberty Rae EX 95, interessieren. Sie notiert 130 ITP. Auch aus dieser Kuhfamilie ist eine SolitairKing Royal mit 1482 ISET  zu haben. Hänni spricht nicht von Geheimtipps, aber von interessanten Tieren. Er nennt eine King-DocJedi aus der Vollschwester von Luna Lena oder eine rote Avance-Tochter.

Katalog: haennifarms.ch

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