26.09.2019 16:26
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Milchvieh
Haiti nah an 200'000-kg-Marke
Die Zahl der Milchkühe hat in der Schweiz einen historischen Tiefstand erreicht. Dafür werden die Kühe immer älter und produktiver. Bestes Beispiel ist Wyss Rudolph Haiti, die mit 21 Jahren 199'488kg geleistet hat.

Im August waren in der Schweiz noch 533'587 Milchkühe registriert. «Man muss wohl 120 Jahre zurückgehen, um einen tieferen Bestand zu finden», bilanziert Daniel Erdin vom Schweizer Bauernverband. «Der Milchkuhbestand wird aufgrund der steigenden Produktivität wahrscheinlich weiterhin um ein bis zwei Prozent pro Jahr abnehmen.»

Langlebige Kühe als Ziel

Trotz des Rückgangs bleibt die in der Schweiz gemolkene Milchmenge stabil – weil die Kühe langlebiger und produktiver werden. Bestes Beispiel ist die Holsteinkuh Wyss Rudolph Haiti von Markus Wyss aus Grasswil BE mit einer Lebensleistung von 199'488kg. Doch Markus Wyss hat noch weitere 100'000er-Kühe im Stall.

Eine Grosstochter von Haiti, Wyss Blaide Herta, ist jetzt in der achten Laktation bei 130'000kg angelangt. «Wir wollen eine funktionelle, problemlose Herde mit nicht zu grossen, dafür langlebigen Kühen mit guten Beinen und guten Eutern, die viel Milch mit tiefen Zellzahlen und guten Milchgehalten geben», umschreibt Wyss sein Zuchtziel.

Schweizer Milchkühe immer älter

Timothée Neuenschwander von Holstein Switzerland lobt die Leistung von Haiti: «Vermutlich gibt es weltweit nicht viele Kühe mit einer höheren Lebensleistung. Bekannt ist, dass die kanadische Holsteinkuh Gillette E Smurf 247'711kg Milch gab, ehe sie 2015 abgegangen ist.» Bei den Red Holstein weist Bachmann Dominator Pauline von Frédéric Bachmann, Estavayer-le-Lac FR, mit 183'036kg die höchste Lebensleistung aus. Beim Braunvieh ist Jason Kenia von Christian Albrecht, Bubikon ZH, mit 173'361kg die Leaderin bezüglich Lebensleistung.

Nicht nur die Lebensleistungen der Ausnahmekühe steigen. Schweizer Milchkühe werden grundsätzlich immer älter. Wurden 2011 noch über 25 Prozent der Milchkühe vom Anfangsbestand des Jahres geschlachtet, so waren es 2017 weniger  als 23 Prozent. Das entspricht einer Lebensdauer von 6,9 und einer Nutzungsdauer von 4,4 Jahren. 

Bei dieser Entwicklung spielt nebst der Genetik der Tiere auch das Know-how der Tierhalter im Futterbau eine Rolle. Reto Burkhardt von den Schweizer Milchproduzenten: «Bestes Grundfutter ist die Basis für herausragende Lebensleistungen. Hier haben die top ausgebildeten Schweizer Landwirte im Vergleich mit dem Ausland die Nase vorn.» 

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