11.12.2019 20:10
Quelle: schweizerbauer.ch - hal
Milchviehhaltung
Künstliche Intelligenz kommt
AiTend SA plant ein Überwachungssystem, welches das Management in der Milchviehhaltung revolutionieren soll.

Nicolas Berger, Milchviehhalter in Pierrafortscha FR, verfolgt auf seinem Bildschirm die neusten Systementwicklungen, die das Schweizer Start-up-Unternehmen AiTend SA auf seinem Familienbetrieb fortlaufend installiert.

Berger ist Mitbegründer von AiTend und  steht der Unternehmung als landwirtschaftlicher Experte zur Seite. Nicht nur auf seinem Betrieb, sondern auch auf Betrieben in Russland steht das System auf Pilotbetrieben im Einsatz. Er erklärt: «AiTend wird ein Tierüberwachungssystem basierend auf Computer-Vision-Technologien, zur Verbesserung der Effizienz auf dem Markt einführen.» 

«Revolutionär»

CowVision nutze Video-Streams von Kameras im Stall, um Tiere zu erkennen und zu identifizieren. Laut Berger soll das System laufend mit neuen Funktionen wie etwa der Erkennung der Widerkäutätigkeit,  von Lahmheit oder Körperkondition (BCS) ausgebaut werden. Aktuell stehe eine automatische Überwachung für jede Kuh, die Visualisierung von Daten (Heatmap), Frequenzüberwachung der Futteraufnahme und die  Brunsterkennung im Vordergrund. 

Der erfolgreiche Geschäftsmann und Mitbegründer Igor Baranovsky ist einer, der das Projekt vorantreibt. Er ist begeistert ob der bereits erzielten Fortschritte: «Wir werden das Management von Milchviehbetrieben revolutionieren, indem wir die Tierüberwachung mit den fortschrittlichsten Technologien auf die nächste Stufe bringen.» Mit künstlicher Intelligenz und Computer-Vision werde das  Wohlbefinden, die Gesundheit und die Fruchtbarkeit der Tiere verbessert, ergänzt Berger. 

Neue Zusammenarbeit 

Die Entwicklung einer erfolgreichen zukünftigen Software ist nicht zuletzt hoffnungsvoll, weil AiTend eine Zusammenarbeit mit dem  bekannten Informatik-Professor der ETH Lausanne, Pascal Fua, eingegangen ist. 

Berger spricht von einer der wenigen Qualitätslösungen, die AiTend auf den Markt bringen will, die ohne Körpersensoren auskommt, sondern die auf proprietären Computer-Vision-Technologien und Analyse neuronaler Netzwerke basiert.

Die aktuelle Version der Software sei in der Lage, Tiere im Erfassungsbereich der Kameras automatisch zu erkennen, zu identifizieren und die Bewegungen von Rindern im Stall anzuzeigen.  Es könne auch mit bestehenden Videoüberwachungssystemen zusammenarbeiten, um die visuelle Überwachung von Tieren zu erleichtern. 

Wann sieht AiTend die Markteinführung vor? Es sei geplant, das erste kommerzielle innovative Produkt für die Pilotphase  im Jahr 2020 auf den Markt zu bringen, so Berger. Zudem werde mit einer Reihe von Schweizer Unternehmen und Verbänden wie etwa Zuchtorganisationen zusammengearbeitet, um eine für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit aufzubauen und die Funktionen von CowVision zu erweitern.

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