20.11.2019 17:40
Quelle: schweizerbauer.ch - hal
Betriebsführung
Mehr Milch für weniger Methan
Methan stammt grösstenteils vom Milch- und Rindvieh. Mit Fütterungsmassnahmen lassen sich die Emissionen reduzieren.

Methan macht 10,2 Prozent der Treibhausgase in der Schweiz aus. Davon stammen 83 Prozent aus der Landwirtschaft, vor allem aus der Milch- und Rindviehhaltung. Die Schweizer Milchproduktion nehme im internationalen Vergleich eine Vorreiterrolle ein, wenn es um Treibhausgasemissionen gehe, erklärte Stefan Gut, Geschäftsleitungsmitglied bei der UFA, an der Agrocleantech-Tagung.

«6000 bis 10000 kg Milch»

Leider würde vor allem in Ländern im asiatischen, afrikanischen Raum und in Südamerika die Milchproduktion erhöht, in denen die Treibhausgasemissionen pro Kilo Milch rund fünf Mal höher sind als in der Schweiz. Wenn Emissionen reduziert werden sollen, muss insbesondere der relative Anteil Erhaltungsbedarf sinken. «Deshalb ist es sinnvoll, wenn Laktationsleistungen von 6000 bis 10000 kg Milch erreicht werden.»

Die Fütterungsmassnahmen für tiefere Emissionen seien leider gering. Trotzdem hat Gut grosse Hoffnung in Methan-reduzierende Futterzusätze. Denn mit ihnen liessen sich Methanemissionen um 10 bis 30 Prozent reduzieren, so Gut. Zwei Futterzusatz-Mischungen von natürlichen ätherischen Ölen seien beim Bundesamt für Umwelt (Bafu) seit fünf Jahren in einer Bewilligungsphase. Wie schätzt Gut die Akzeptanz der Landwirte  für solche Zusätze ein? Mit ihnen würden den Kühen mehr Energie zur Verfügung stehen. «Sie wären ein Gewinn für das Tier und den Landwirt», versichert Gut.

Kraftfutter für Klimaschutz

Eine kraftfutterfreie Milchviehhaltung mache aus Sicht der Treibhausgase keinen Sinn. Oder anders gesagt: «Eine Ergänzungsfütterung ist umwelttechnisch immer sinnvoll», sagt Gut und  kommt auf die  Grundfutterleistung  zu sprechen. «Wenn beispielsweise im Frühling bei der Fütterung von Gras die Ration nicht mit Ergänzungsfutter ausgeglichen wird, kommt es zu Proteinüberschuss und damit zu Stickstoffverlusten.» 

Mit Ergänzungsfutter liessen sich die Nährstoffe und das Grundfutterpotenzial besser nutzen. Im Kampf um tiefere Methanemissionen werde insbesondere das Weidehaltesystem vor Herausforderungen gestellt. Futterzusätze müssten regelmässig, also mittels  Futtermischration verabreicht werden,  um Erfolge bei der Methanemission zu erzielen. 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE