3.04.2020 18:25
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Coronavirus
Milchwägen in Eigenkontrolle
Wegen der Corona-Pandemie haben die Milchviehzuchtverbände Swissherdbook, Braunvieh Schweiz und Holstein Switzerland das Milchwägen und die LBE bis am 19. April ausgesetzt. Wird die Notlage vom Bundesrat verlängert, wird bei der Milchkontrolle Anfang Mai die Eigenkontrolle angeboten.

Die drei Milchviehzuchtverbände haben Mitte März bereits einschneidende Massnahmen beschlossen. Es handelt sich um folgende Massnahmen:

1. Um Milchkontrolleurinnen und Milchkontrolleure zu schützen, wird die Milchleistungsprüfung auf den Betrieben eingestellt. Die Regelung betreffend maximales Intervall zwischen zwei Probewägungen wird den ausserordentlichen Umständen angepasst.

2. Die Bestände-, Halteprämien- und Zuchtfamilienschauen für diesen Frühling wurden abgesagt.

3. Die Lineare Beschreibung und Einstufung und die Melkbarkeitsprüfung eingestellt. Damit soll vermeiden werde, dass Mitarbeiter zur Verbreitung des Corona-Virus beitragen. 

Vorbereitungsarbeiten ausgelöst

Sollte der Bundesrat die Massnahmen wegen dem Coronavirus über den 19. April hinaus verlängern, bieten die drei Zuchtverbände eine Ersatzmassnahme bei der Milchkontrolle an. Ab Anfang Mai wird für die normale Milchkontrolle die Möglichkeit einer Eigenkontrolle (B-Methode nach ICAR) angeboten. «Die Vorbereitungsarbeiten für dieses Szenario wurden bereits ausgelöst und sind sehr arbeitsintensiv. Die Betriebe erhalten schriftlich in diesen Tagen nähere Informationen dazu», heisst es in der Mitteilung.

Sollte bei Laktationen der Unterbruch bei den Milchwägungen 75 Tage und mehr betragen, wird diese Zeitspanne überbrückt, damit diese Laktationen später normal abgeschlossen werden können. Bei Mutterkuh Schweiz konnten aufgrund der einfacheren Umstellung die eigenständigen Erhebungen der Kälbergewichte in der Frühlingskampagne 2020 bereits ausgelöst werden.

DV auf dem Korrespondenzweg
 

Auch für die Milchkontrolleure wurde eine Lösung gesucht. Der Erwerbsausfall wird ohne Spesen ab Mitte März bis Ende Mai vollständig kompensiert. Mutterkuh Schweiz wird die ausfallenden Arbeitseinsätze ebenfalls entschädigen. Die Zuchtorganisationen müssen diese Lohnfortzahlung weitgehend aus eigenen Mitteln finanzieren.

Auch bezüglich Beschlussfassung wurden Entscheide gefällt. Die Vorstände von Braunvieh Schweiz, Swissherdbook, Holstein Switzerland sowie Mutterkuh Schweiz werden ihre Delegierten- respektive Vereinsversammlungen auf dem Korrespondenzweg durchführen. «Mit diesen Entscheiden können die Rinderzuchtorganisationen die aktuellen COVID-19 Bestimmungen einhalten und die Versammlungen gesetzeskonform durchführen», heisst es in der Mitteilung. 


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