28.09.2015 12:45
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Tränker
Mindesthaltedauer für Tränkekälber
Die Fleischbranche konnte sich unter der Federführung der Branchenorganisation Proviande bei den Tränkekälbern einigen. Die „Branchenlösung Tränkekälber“ sieht vor, dass die Tiere mindestens 21 Tage auf dem Geburtsbetrieb gehalten werden müssen. Die Regelung tritt ab dem 1. November 2015 in Kraft.

Nicht alle Kälber, die geboren werden, werden für die Nachzucht eingesetzt. Solche Tiere verlassen den Geburtsbetrieb in der Regel rasch. Aber je nach Rasse ist die Nachfrage nach Tränkekälber unterschiedlich. Besonders Jungtiere von Milchviehrassen wie Holstein oder Red Holstein finden nicht immer Abnehmer. So kursierten immer wieder Meldungen, wonach sehr junge männliche Tiere getötet resp. geschlachtet würden. Die Preise für solche Tränker sind tief. Einerseits aufgrund der schwierigeren Bedingungen bei der Ausmast, andererseits spielen auch saisonale Kriterien eine wichtige Rolle. Und weil solche Tiere weniger schnell zunehmen und ihre Fleischfülle zu gering sei, seien solche Tränkekälber für Mäster und Metzger gleichermassen uninteressant, schrieb der Schweizer Tierschutz im Februar 2015.

Für solche Tiere suchte die Branche nun eine Lösung. Sie sollen mit Respekt behandelt und sinnvoll eingesetzt werden können, schreibt die Proviande am Montag in einem Communiqué. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Proviande mit Mitgliedern aus der Fleischbranche (Schweizerischer Viehhändlerverband SVV, Schweizerischer Kälbermästerverband SKMV, Bell Schweiz AG, Micarna SA, Ernst Sutter AG) sowie mit Vertretern der Schweizer Milchproduzenten und des Schweizer Bauernverbandes hat eine Branchenlösung zur Regelung des ersten Halterwechsels für Tränkekälber erarbeitet.

Diese sieht eine Mindesthaltedauer von 21 Tagen auf dem Geburtsbetrieb vor. Eine optimale Pflege und Versorgung der Kälber muss gewährleistet sein. Junge Kälber finden gemäss Proviande auf dem Geburtsbetrieb die „besten Bedingungen für einen guten Start ins Leben.“ Diese würden sich für die Tiere und die Produzenten positiv auswirken. Die Proviande nennt vier Gründe:

• Optimale Erstversorgung nach der Geburt
• Stärkung des Immunsystems dank Biestmilch
• Gute Vorbereitung auf die Mast
• Gesündere, robustere und grössere Tiere

Gemäss dem Merkblatt „Empfehlungen für eine optimierte Aufzucht und Mast“ sollen die Tiere ein Mindestgewicht von 65 Kilo aufweisen, bevor sie den Betrieb verlassen. Kümmernde Kälber sollen nicht vermarktet werden. Eine Frühschlachtung ab Geburtsbetrieb sei hier die beste Lösung, heisst es auf dem Merkblatt.

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