6.02.2020 14:33
Quelle: schweizerbauer.ch - Albrecht Dreier
Viehzucht
Reinrassigkeit als oberstes Ziel
Nur 68 Prozent der Swiss-Fleckvieh-Kühe sind reinrassige Tiere und damit im Herdebuch A eingetragen. Dies macht der Interessengemeinschaft Sorgen.

Am vergangenen Samstag fand in St.Stephan BE die Hauptversammlung der IG Swiss Fleckvieh statt. Diese zählt mittlerweile über 480 Mitglieder. Die Rasse Swiss Fleckvieh erfreut sich einer grossen Beliebtheit, mehr als 65'000 Kühe sind im Herdebuch.

Jedem die passende Kuh


Der Präsident der IG, Daniel Seematter, erwähnte die Bandbreite der Rasse SF, diese ermögliche es, für jeden Betrieb die passende Kuh zu finden. Dies auch durch die relativ grosse Anzahl verschiedener Stiere. Eine Sorge Seematters ist die Reinrassigkeit der Rasse. Die Rasse SF, aus einer Kreuzung von Red Holstein und Simmentalern entstanden, ist sehr oft noch nicht reinrassig.

Nur 68 Prozent sind reinrassige Tiere und damit im Herdebuch A eingetragen. Bei den Besamungen werden nur gerade 37 Prozent mit SF-Stieren belegt. Für Tiere, die nicht reinrassig sind, wird vom Bund weniger Beitrag an den Zuchtverband ausgeschüttet, somit wird der Mitgliederbeitrag des Züchters höher.

Status C nicht mehr im Herdebuch

Ab 1. Juli 2020 werden SF-Stiere mit dem Herdebuchstatus C nicht mehr ins Herdebuch aufgenommen. Seematter empfiehlt, immer reinrassig zu besamen, so werde in kürzester Zeit ein reinrassiger Bestand erreicht. Der Präsident zweifelt auch am Erfolg und an der Notwendigkeit der Einbürgerung von Stieren fremder Rassen, die, in sehr beschränkter Anzahl mit der Unterstützung des Bundesamtes für Landwirtschaft, eingesetzt werden dürfen, um den Inzuchtgrad in Grenzen zu halten.

Hornlosigkeit, Fleischigkeit und genügend Blutlinien erachtet Daniel Seematter als künftige Herausforderungen. 28 Prozent der SF-Tiere werden «hornlos» besamt.

Kilian Kisch Kuh des Jahres

Die Versammlungsteilnehmer wählten zur SF-Kuh des Jahres 2019 Kilian Kischa von Adolf Zemp, Ramiswil SO.

Fragen zu Fitnesswerten

Vermehrt sind in letzter Zeit Fragen aufgetreten im Zusammenhang mit den nicht sehr hohen Fitnesswerten der SF-Stiere. Stefan Schumacher, Präsident der Rassenkommission SF bei Swissherdbook, relativierte diese Zahlen, mit derselben Basis, wie sie für RH- und HO-Stiere gelte, wären die SF-Stiere immer noch sehr gut.

Ein Problem bestehe jedoch bei den Lebendgeburten. Die Rate sei steigerungswürdig, Abklärungen für die Gründe sind in Zusammenarbeit mit dem Tierspital im Gange.

SF an der Expo Bulle

An der Expo Bulle sind dieses Jahr auch SF-Kühe zugelassen. Die IG SF strebt ein eigenes Abteil im Stall an, wo auch Werbe- und Infostände Platz haben. Am 11. April 2021 wird in Thun die zehnte SF-Ausstellung stattfinden. Diese Ausstellung wurde um ein Jahr verschoben, um die im Jahr 2020 stattfindende Simmental-Ausstellung nicht zu konkurrenzieren. 

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