19.02.2020 16:42
Quelle: schweizerbauer.ch - hal/blu
Viehzucht
Züchter-Fall: Holstein Switzerland sind Hände gebunden
Der Fall von einem Züchter, der sich bei Swissherdbook unerlaubt Zugang zu einer Datenbank verschafft hat, zieht weitere Kreise. In einer kryptisch verfassten Mitteilung gibt nun Holstein Switzerland bekannt, dass sie keine rechtliche Handhabe habe, Sanktionen zu ergreifen.

Anfang Januar gab Swissherdbook bekannt, dass im Rahmen eines unbefugten Systemzugriffs Leistungsdaten einer Milchkuh manipuliert wurden.

Namhafter Züchter und Händler

In Züchterkreisen wird das Vergehen einem namhaften Deutschschweizer Züchter und Händler zugeschrieben. Dieser habe bei einer Kuh eine Milchkontrollwägung aufgrund hoher Zellzahlen entfernt, heisst es weiter. 

Der Vorfall ereignete sich bereits im Sommer 2019. Gemeldet wurde der Vorfall durch einen Züchter. Swissherdbook ging der Sache nach. Möglich geworden sei der Zugriff, weil ein Swissherdbook-Mitarbeiter unachtsam mit seinem Login umgegangen sei, liess der Verband verlauten. Dass dieser den Zugriff beabsichtigt oder gar aktiv unterstützt habe, könne ausgeschlossen werden.

Betrieb von Swissherdbook ausgeschlossen

Der Name des Swissherdbook-Mitarbeiters sei gemäss internem Personalreglement zu schützen, sagte Swissherdbook-Präsident Markus Gerber zu «Schweizer Bauer». Intern wurde der Fall gemäss Reglement sanktioniert. Swissherdbook geht von einem Einzelfall aus, zusätzliche Nachforschungen ergaben keine weiteren Manipulationen.

Der Betrieb der Person, welche die Daten manipuliert hatte, wurde für zwei Jahre von allen Verbandsdienstleistungen ausgeschlossen. Offenbar war der Betrieb bereits bei Holstein Switzerland oder er hat sich diesem Verband anschliessend angeschlossen. Dies ist jedenfalls aus der kryptisch verfassten Mitteilung herauszulesen. 

Keine rechtlichen Möglichkeiten

Denn Holstein Switzerland schreibt wie folgt: «Aus Personen- und Datenschutzgründen wurden Holstein Switzerland keine Informationen über den Datenänderungsfall, der bei einer Partnerzuchtorganisation beobachtet wurde, mitgeteilt.» «Daher bestehen keine rechtlichen Möglichkeiten, Sanktionen zu ergreifen», so der Verband weiter. 

Denn nur die Protagonisten hätten das Recht, sich zum Fall zu äussern. Mit Protagonisten sind der Züchter sowie der Mitarbeiter von Swissherdbook gemeint. Holstein Switzerland hebt hervor, «in keiner Weise betroffen» zu sein. Abschliessend hält Holstein Switzerland fest, dass die Genossenschaft alles unternimmt, um die Sicherheit ihrer Daten auch weiterhin zu gewährleisten. 

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