16.11.2019 07:12
Quelle: schweizerbauer.ch - Matthias Rüesch
Schafe
TVD: Sortieranlage solls richten
Das Thema «Umsetzung der Einzeltierregistrierung bei Schafen und Ziegen» hat viele Interessierte an die Infoanlässe von Schafe Schweiz gelockt. Sie sahen, wie Lesegeräte zur elektronischen Erfassung funktionieren.

Die Branchenorganisation Schafe Schweiz organisierte zum Thema «Umsetzung der Einzeltierregistrierung bei Schafen und Ziegen» Informationsveranstaltungen in Mamishaus BE und in Balzers FL. Über 350 Interessierte – Schafhalter, Schafzüchter, Vertreter der Bundesverwaltung, der kantonalen Verwaltungen, von Vermarktungsorganisationen, Schlachtbetrieben und Sömmerungsbetrieben, Hirten und Betreiber von Wanderherden nahmen teil.

Kurse im Schafstall

Silvan Schumacher von der Identitas – der Betreiberin der Tierverkehrsdatenbank (TVD) –  erklärte einfach und prägnant, wie das Meldewesen nach dem Jahreswechsel funktionieren soll, welche Anforderungen an die Tierhaltungsbetriebe gestellt werden und was das ganz konkret für jeden einzelnen bedeutet. Ganz bewusst lud Schafe Schweiz auf zwei Schäfereien ein und führte die Kurstage im Schafstall durch, da, wo die Meldungen auch generiert werden. Praxisnähe und Umsetzbarkeit, zwei ganz grosse Anliegen.

Hilfe bieten Lesegeräte

Obwohl die Meldungen nach wie vor mittels Papier und Bleistift im Stall notiert und dann im EDV-System erfasst werden können, ist dieses System nur bedingt praxistauglich. Grossschäfereien    in der Ablammsaison oder beispielsweise dann, wenn Schlachtlämmer verladen werden, aber auch die Verantwortlichen der Schlachtschafmärkte und die  Alpbetreiber benötigen eine Lösung, die es ermöglicht, eine grosse Zahl von Tieren innert Kürze zu erfassen.

Fachreferent Daniel Giezendanner vom Schweizer Unternehmen Exelor zeigte auf, wie mit Hilfe von Lesegeräten zur elektronischen Erfassung diese Herausforderung bewältigt werden kann. Im Vordergrund steht dabei die einfache und unkomplizierte Bedienung bei jeder Witterung, im Schafstall oder auf dem freien Feld. Gleichzeitig ist es wichtig, dass die Lesegeräte die Daten in einer Form generieren, die eine einfache Übertragung in die Tierverkehrsdatenbank möglich machen. Dass die Schafe ab dem kommenden Jahr als Teil der Doppelmarkierung obligatorisch eine digitale Ohrenmarke tragen müssen, macht solche elektronischen Lösungen flächendeckend überhaupt möglich. Giezendanner und Schumacher waren sich einig, dass hier noch einige Arbeit zu leisten ist, um den Aufwand für die Branche kleiner zu machen, um Fehlerquellen auszuschalten und die Datenübertragungswege zu optimieren.

Automatisch  sortieren

Bob Molenaar vom niederländischen Unternehmen Veno Stalleinrichtungen überraschte das Publikum mit der Präsentation einer vollautomatischen Sortieranalage für Schafe. Dabei können die elektronisch generierten Daten der TVD optimal genutzt werden. Die Sortieranlage selber kann ebenfalls weitere wertvolle Daten generieren, dank dem integrierten Wiegecomputer beispielweise Gewichtszunahmen. Beim Management von grossen Schafherden bietet ein solches Gerät in der Schweiz bisher kaum genutzte Möglichkeiten.

Hocherfreut über das   Interesse der Branche zeigten sich die Verantwortlichen von Schafe Schweiz. Obwohl viele Fragen beantwortet werden konnten, bleiben Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Einzeltierregistrierung bei den Schafen bestehen, die es noch zu lösen gilt. 

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