9.10.2019 12:23
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
China
Bauern züchten Riesen-Schweine
In China grassiert seit Monaten die Schweinepest. Der Schweinebestand ist regelrecht eingebrochen. Südchinesische Bauern reagieren mit einer aussergewöhnlichen Massnahme. Um die Schweinefleischproduktion zu steigern, züchten sie Riesen-Schweine.

In China wütet seit Monaten die Schweinepest (ASP). Der Schweinebestand hat sich in den vergangenen 12 Monaten auf 200 Millionen Tiere halbiert. «Das Aufkommen der ASP in China im August 2018 und die darauffolgende Keulung von Schweinen haben 25% der Schweinefleischproduktion des Landes zunichte gemacht, was beispiellos ist», sagte kürzlich Pan Chenjun, eine Analystin der Rabobank.

Lage «extrem ernst»

Es könnte fünf Jahre oder länger dauern, bis China seine Schweinemastbetriebe wieder auf den Stand vor der ASP gebracht haben wird, sagte die Analystin weiter. Der chinesische Vizepremier Hu Chunhua sprach kürzlich von der Gefahr einer Versorgungslücke bis zur ersten Hälfte des kommenden Jahres. Die Lage sei «extrem ernst». 2019 fehlen bis zu zehn Millionen Tonnen Schweinefleisch. Mehr, als auf dem internationalen Markt verfügbar ist.

Die Krise hat sich bei den Preisen bereits ausgewirkt. Die Ferkelpreise haben sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Und die Schweinefleischpreise erreichen die Höchstwerte aus dem Jahr 2016. Gegenüber dem Vorjahr sind bereits um 70 Prozent gestiegen. Dies obwohl die Importe um über 150 Prozent erhöht wurden. Deshalb sind chinesische Konsumenten teilweise auf Rindfleisch umgestiegen.

Schwein ist 500 Kilo schwer

In China beträgt der Pro-Kopf-Konsum von Schweinefleisch rund 30 Kilo. Und die Nachfrage nimmt trotz Krise zu. In Südchina reagieren die Bauern nun mit einer aussergewöhnlichen Massnahme, um der Aufforderung der Regierung nachzukommen, die Fleischproduktion zu steigern, um die Inflation zu mildern. 

In der Provinz Guangxi an der Grenze zu Vietnam züchten sie Riesenschweine. Gemäss der Nachrichtenagentur Bloomberg wiegen die Tiere bis zu 500 Kilogramm. Damit erzielen die Bauern Schlachteinnahmen von rund 1400 Dollar pro Tier. Die Schweine sind dann noch grösser als ein ausgewachsener Polarbär.

Tiere werden schwerer

Solche Riesenschweine sind aber gemäss der «Süddeutschen Zeitung» eine Ausnahme. Der Trend zu schwereren Tieren ist aber zu beobachten. Bei Grossbetrieben liegt das Durchschnittsgewicht der Tiere inzwischen bei 140 Kilo, 30 Kilo mehr als noch vor der Krise. In der nordöstlichen Provinz Jilin wiegen die Schweine durchschnittlich 175 bis 200 Kilogramm. Das sind 50 Kilo über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Dennoch wird sich gemäss Experten die Schweinefleischproduktion mittelfristig kaum erholen.

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