24.01.2020 08:00
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Seuche
D: Schweinepest 12 km vor Grenze
Vergangen Dienstag informierte das deutsche Agrarministerium in Berlin über drei neue Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen nahe der deutsch-polnischen Grenze in der Woiwodschaft Lebus.

Der Fundort mit dem geringsten Abstand ist nur noch 12 Kilometervon Sachsen entfernt. "Das ASP-Virus ist erneut näher an unser Land herangerückt. Das heißt für alle Beteiligten, alles dafür zu tun, dass die Tierseuche nicht in unser Land eindringt", mahnt die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) zu erhöhter Wachsamkeit und fordert die Einrichtung von Wildtierseuchen-Vorsorge-Gesellschaften in den Bundesländern.

Den Angaben zufolge wurde ein mit ASP infiziertes Wildschwein 12 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, im Kreis Zaganski, gefunden. Zwei weitere Fälle wurden nahe der Stadt Lubsko und in Zary gemeldet, die im Kreis Zarski liegen. Die Fundorte sind 24 beziehungsweise 21 Kilometer von Brandenburg entfernt. Der Verdacht auf ASP bei den drei aufgefundenen Wildschweinen bestand seit dem 13. Januar. Bestätigt wurde er am 19. Januar durch die Testergebnisse des National Veterinary Research Institute.

ASP-Vorsorge muss über Grenzen hinweg erfolgen 

Das Thema Afrikanische Schweinepest stand Ende der vergangenen Woche auch in mehreren Sitzungen am Rande der Grünen Woche in Berlin ganz oben auf der Agenda. Dabei wurde insbesondere die Bedeutung der grenzüberschreitenden Kommunikation und Zusammenarbeit mit Blick auf die ASP-Vorbeugung und die Bekämpfung betont.

Am Freitag wurden bei einer "High-Level-Ministerkonferenz" der EU-Kommission die Auswirkungen der ASP auf die globale Schweineproduktion und den internationalen Handel beraten. Am Tag zuvor befasste sich auch die deutsche Agrarministerkonferenz mit Vorgehensmaßnahmen bei einem möglichen ASP-Krisenfall.

Im Rahmen der EU-Konferenz sprach sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner für eine grenzüberscheitende Zusammenarbeit aller Akteure aus, die sowohl für erfolgreiche Vorsorgemaßnahmen als auch für den Ausbruchsfall der Tierseuche entscheidend sei.

Im Hinblick auf Handelsrestriktionen wurde außerdem betont, dass Partnerländer im Einklang mit dem Kodex der Internationalen Tiergesundheits-Organisation das Prinzip der Regionalisierung anerkennen sollten. In diesem Fall wäre der Fleischexport aus einem Staat, in dem ASP festgestellt wurde, zumindest in Teilen auch weiter möglich. Damit könnten die negativen Auswirkungen eines ASP-Ausbruchs auf den internationalen Handel begrenzt werden. 


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