12.08.2019 15:41
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Bulgarien
Schweinetötung: Kleinbauern protestieren
Kleinbauern in Bulgarien haben Presseberichten zufolge ihre Proteste gegen die Tötung ihrer Schweine als Massnahme gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) fortgesetzt.

Landwirtschaftsministerin Desislava Taneva hatte Ende Juli schärfere Präventions- und Bekämpfungsmassnahmen gegen die Tierseuche angekündigt, nachdem innerhalb kurzer Zeit rund 130'000 Schweine aus gewerblichen Anlagen wegen der ASP hatten gekeult werden müssen.

Strassenblockaden

Nur noch Schweine von Produktionsanlagen mit hohen Biosicherheitsanlagen sollen geschlachtet werden. Um diese seien Sanitärzonen von 20 km eingerichtet worden, in denen es keine Hinterhofschweine mehr geben dürfe, so die Ministerin. Zunächst wurden die Bauern aufgefordert, ihre Tiere freiwillig gegen Entschädigung von etwa 150 Euro pro Tier abzuschlachten, doch es steht auch die zwangsweise Keulung durch die Agentur für Lebensmittelsicherheit zur Diskussion.

Insbesondere im Süden des Landes mit weniger ASP-Fällen widersetzen sich die Kleinbauern jedoch dem Tötungsaufruf ihrer gesunden Tiere. Es kam bereits zu Demonstrationen und Strassenblockaden. Bulgariens Premierminister Boiko Borissov stellte klar, dass keiner erfreut über die Folgen der ASP sei. Noch mögen die Tiere in den Kleinsthaltungen gesund sein, doch es gebe eine hohe Ansteckungsgefahr und einen grossen Bestand an Wildschweinen und Biosicherheitsmassnahmen würden in den Hinterhofhaltungen fehlen.

Zwist zwischen Bulgarien und Rumänien

Um die Tierseuche auszurotten, müsse dieses Sicherheitsrisiko verschwinden. Unterstützung erhält er dabei von den gewerblichen Schweineproduzenten und der Fleischbranche, was ihm bei Kleinbauern den Vorwurf der „Industriehörigkeit“ einbringt. Borissov machte zudem laut Medienberichten rumänische Touristen für die jüngste Ausbreitung der ASP verantwortlich. Sie würden unachtsam Lebensmittelabfälle auf die Strasse werfen und trügen so zur Verbreitung der Krankheit bei.

Verärgert über diese Aussage zeigte sich in einem Twitter-Tweed Rumäniens Aussenministerin Ramona Manescu. Sie erinnerte daran, dass rumänische Touristen wesentlich zum bulgarischen Bruttoinlandsprodukt beitrügen. Noch im Juli hatte Bulgariens Veterinärbehörde Wildschweine aus Rumänien als wesentlichen Grund für die Einschleppung und Verbreitung der ASP genannt.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE