26.09.2020 19:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Schweinepest
Zusammen gegen ASP
Die auch für Tierseuchen zuständige EU-Gesundheitskommissarin Dr. Stella Kyriakides hat die Mitgliedstaaten beim Thema Afrikanische Schweinepest (ASP) erneut auf eine enge Kooperation bei der Seuchenbekämpfung eingeschworen.
Die aktuellen Virusfunde bei Wildschweinen im Osten Deutschlands nahe der polnischen Grenze zeigten deutlich die Notwendigkeit einer intensiven Zusammenarbeit, betonte die Zypriotin vergangene Woche beim EU-Agrarratstreffen in Brüssel. Ein anderes mit ASP vergleichbares Beispiel sei die Corona-Krise; auch hier könne man ohne ein gemeinsames Vorgehen nicht viel erreichen.

Kyriakides sicherte Deutschland im Namen der Europäischen Kommission zu, auch gegenüber internationalen Handelspartnern darauf hinzuarbeiten, dass die von der Bundesrepublik auf den Weg gebrachten Regionalisierungsmassnahmen verstanden und akzeptiert würden. Vollständigen Importstopps verschiedener Drittstaaten von Schweinefleisch aus ganz Deutschland trete Brüssel energisch entgegen.

Auch EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski sicherte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in Fragen des Exports von Schweinefleisch seine Unterstützung zu. Allerdings müsse die Art und Weise der Schweinehaltung in Teilen überdacht werden, erklärte Wojciechowski. Der Brüsseler Agrarchef vertritt die Auffassung, dass eine intensive Schweinehaltung in grossen Betrieben das ASP-Risiko gegenüber einer kleinen, eher bäuerlichen Haltung deutlich erhöht.

Unterdessen forderte der tschechische Agrarminister Miroslav Toman die EU-Kommission auf, angesichts des unter Druck geratenen Schweinefleischsektors zunächst eine Problemanalyse durchzuführen. Im Anschluss sei dann ein entsprechendes Massnahmenpaket zur Unterstützung der durch ASP sowie die Corona-Krise gebeutelten Schweinefleischerzeugung in der Europäischen Union zwingend erforderlich, so der Prager Ressortchef. 

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