7.12.2019 10:46
Quelle: schweizerbauer.ch - Anja Tschannen
Aufzucht
«Optimale Kälberaufzucht»
Der Kälbergesundheitsdienst (KGD) und Bio Suisse haben eine biokompatible Checkliste für die Beurteilung der Kälbergesundheit auf Bio- und konventionellen Betrieben erarbeitet. Jetzt soll sensibilisiert werden. Mit Video-Interviews.

Bio Suisse, der KGD und das FiBL lancieren gemeinsam das Projekt «Optimale Kälberaufzucht». Kernpunkt ihrer Zusammenarbeit war die Überarbeitung der bereits vorhandenen KGD-Checklisten für die Betriebsbesuche.

«Die Checklisten wurden gemeinsam auseinandergenommen und auf die Bedürfnisse der Bio-Betriebe abgestimmt, also quasi biokompatibel gemacht», erklärt Thomas Pliska von Bio Suisse. Insbesondere die Begrifflichkeiten, die Gewichtung einzelner Punkte, das Impfen, die Kraftfutterfütterung und die Berücksichtigung besonderer Aufzuchtsysteme wurden unter die Lupe genommen. 

Biobetriebe ansprechen

«Innovative Systeme wie die Ammen- und Mutter-gebundene Kälberaufzucht, Abtränken auf dem Geburtsbetrieb, Zusammenarbeit nur mit einem Mastbetrieb, NOP-Betrieb und saisonales Abkalben sollen in der Checkliste nicht benachteiligt werden, nur weil sie nicht aufgeführt sind», so Pliska. «Die Biobauern sollen sich im Angebot des KGD wiederfinden und von ihm Gebrauch machen», fährt er fort. 

Um die Nutzung zu fördern, kommen nun 140 Bio-Rindviehbetriebe in den Genuss einer Gratisberatung durch den KGD. «Dafür wurden 140 Betriebe aus der Datenbank nach dem Zufallsprinzip ausgesucht und bereits via Mail und Post informiert», sagt Pliska. Einerseits will man dadurch Betriebe für die optimale Aufzucht sensibilisieren, und andererseits hofft man, dass die Betriebe als Botschafter fungieren, sodass möglichst viele Betriebe das Angebot nutzen.  

Sensibilisierung im Fokus

«Unsere gemeinsamen Ziele sind eine optimale Kälberaufzucht für Nachzucht und Mast, optimale Tiergesundheit, Tierwohl sicherstellen, Wirtschaftlichkeit verbessern und die Freude der Betriebsleiter an der Aufzucht stärken», sagt Martin Kaske, Geschäftsführer des KGD. Ein Besuch dauert zwischen 30 bis 45 Minuten.

Gemeinsam mit dem Betriebsleiter wird die Checkliste durchgegangen. «Wir gehen auf dem Betrieb den Weg des Kalbes, angefangen bei den Galtkühen bis zum abgesetzten Kalb», erklärt Kaske. In Gesprächen wird im Detail auf die verschiedenen Bereiche in der Aufzucht eingegangen. Im ganzen Prozess involviert ist auch der Bestandestierarzt. Nach dem Besuch erhält der Betriebsleiter eine schriftliche Rückmeldung. «Es geht nicht um Kontrolle, sondern darum zu sensibilisieren, etwas gegen Betriebsblindheit zu tun, Abläufe zu optimieren und Chancen zu nutzen», so Kaske. 

100 Franken für Biohöfe 

Dank der Kollektivmitgliedschaft von Bio Suisse beim KGD kostet eine Beratung für Bio-Suisse-Betriebe nur 100 Franken. Das Projekt «Optimale Kälberaufzucht» ist unabhängig von der Produktionsform und soll Betriebsleitern die Möglichkeit geben, durch einen Aussenblick die Stärken und Schwächen auf ihren Betrieben zu erkennen. 

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