4.09.2019 09:15
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Politik
Blocher lobt Schwingerkönig Stucki
Der abgewählte Bundesrat Christoph Blocher kam am Freitag in seinem Videokanal «Teleblocher» auf Schwingerkönig Christian Stucki zu sprechen. Er kenne ihn gut, Stucki habe einen sehr guten Charakter.

TeleZüri habe ihn zum Interview über das Wurmplakat geladen, erzählte Blocher. Das Plakat bezichtigt «Linke und Nette der Zerstörung der Schweiz», weil diese mit dem Unterzeichnen des Rahmenvertrags die direkte Demokrate, die Unabhängigkeit und die Freiheit der Schweiz abschaffen wollten.

Laut Blocher hat die Ausstrahlung von Montag auf Dienstag verschoben werden müssen, weil am Montag der Aktualität halber Schwingerkönig Christian Stucki vorgezogen worden sei. Doch er betonte: «Wenn wegen jemandem verschoben wird und ich gerne dazu sage, dann ist es wegen Christian Stucki.» Den kenne er nämlich sehr nahe. «Er ist nicht nur ein guter Schwinger, sondern hat auch einen ganz guten Charakter», so Blocher über Stucki.  

«Stucki ist sehr gut mit Kindern»

Er hoffe, dass er seinen «sauberen und guten Charakter» behalte, auch wenn er jetzt als Schwingerkönig überallhin getragen werde. Er habe eine Familie, schaue sehr gut zu seinen Kindern, er habe Kinder schon immer gerne gehabt. Man erzähle sich, Christian Stuckis Vater habe ihm empfohlen, Kindergärtner als Beruf zu wählen, weil er so gut sei im Umgang mit Kindern.

Man wisse aber nicht sicher, ob das stimme. «Und dann hat der eine unglaubliche Reaktionsfähigkeit», so Blocher. Er habe sich an einem «Wettbewerbli» einmal mit Stucki diesbezüglich gemessen. «Da haben Sie null Chance. Der hat eine so gute Reaktionsfähigkeit. Ich hatte den Eindruck, der drückte jeweils die Taste, bevor man das entsprechende Bild sah», erinnert sich Blocher. Das habe man auch im Schlussgang gesehen, blitzschnell habe Stucki die Seite gewechselt, als sich sein Gegner habe herauswinden wollen.  

Blocher war wichtiger Gönner in Chur 1995

Blocher erinnert sich in der Sendung auch, dass die Wirtschaft in den 1990er Jahren Abstand genommen habe vom Schwingsport. Das sei ein nationaler Sport, jetzt sei die Globalisierung Trumpf, habe es aus diesen Kreisen geheissen, und niemand habe die Schwingfeste sponsern wollen, so Blocher. Beim Eidgenössischen Schwingfest 1995 in Chur sei «unser Unternehmen», also die Ems Chemie, «ganz verrückt hingestanden», damit das Fest zustande gekommen sei. Jetzt hätten die Organisatoren sogar Sponsoren abweisen müssen. 

«Ein Zeichen, dass die Leute zum Soliden zurück wollen»

Für ihn sei das «ein Zeichen dafür, dass die Schlaumschlägerei mit der Globalisierung – ich bin ja sicher nicht einer, der in der Wirtschaft für das Nationale ist, unsere Firmen haben 90 Prozent im Export, wir kennen die ganze Welt, aber die Unabhängigkeit haben wir nie preisgeben wollen –, ein Zeichen dafür, dass die Leute merken, dass die grossen Konstruktionen wenn Sie in die EU schauen, da weiss ja niemand recht, was man noch machen soll – die Sowjetunion ist auseinandergefallen, dann taucht der Trump von hinten auf und sagt, wir kaufen noch Grönland, Alaska haben sie ja schliesslich auch gekauft – nein, die Leute merken, dass man besser wieder auf das Bewährte, auf das Solide, auf das Schweizerische gehe.»  

«Ein friedliches und fröhliches Fest» 

Und es sei nun mal so, dass das Schwingen ein rein schweizerischer Sport sei. Die Leute hätten Freude an diesem Urtümlichen, und die Wirtschaft richte sich nach dem Geschmack der Leute. Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest sei ja auch ein eindrückliches Fest, da kämen so viele Leute zusammen, aber es passiere fast nichts, es brauche auch keinen riesigen Polizeidienst.

«Es ist ein friedliches, fröhliches Fest», betonte Blocher. Die Kritik, der Kommerz rundherum sei zu gross geworden, kann Blocher nachvollziehen. Man müsse immer aufpassen, dass man nicht Opfer des eigenen Erfolgs werde. «Doch wenn das Fest einmal losgeht und man als Besucher auf die verschiedenen Schwingplätze blickt, merkt man gar nicht mehr, was darumherum, was draussen für ein Spektakel herrscht», so Blocher.

Wegen seiner Frau hat er nicht hingehen können

Der Interviewer Matthias Ackeret fragte Blocher, ob er in Zug anwesend gewesen sei. Blocher verneinte. Als Gönner brauche es ihn am ESAF ohnehin nicht mehr, es habe genug Sponsoren. Er helfe dann wieder, wenn das Schwingen plötzlich nicht mehr so en vogue sei, denn es würden auch wieder solche Zeiten kommen.

Er sei «natürlich» eingeladen gewesen, so Blocher, und er wäre auch gerne gegangen, doch er habe nicht hingehen können, weil es seiner Frau «nicht so gut» gehe und er zuhause habe «schauen» müssen. Selbst geschwungen habe er nie, sagte er auf eine entsprechende Frage von Ackeret. 

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