6.04.2020 09:54
Quelle: schweizerbauer.ch - Monika Gerlach
Italien
Corona: Leserreise endete abrupt
Die Leserreise des Schweizer Bauer führte eine Gruppe von 33 Personen Mitte März in den Süden Italiens, nach Sizilien. Die grösste Insel des Mittelmeerraums galt als Kornkammer Roms. Heute exportieren die Sizilianer vor allem Zitrusfrüchte, Gemüse, Olivenöl, Wein und Käse.

Nach den ersten zwei Betriebsbesichtigungen in Adrano und Polizzi Generosa stand in Palermo Kultur auf dem Programm. Aber daraus wurde leider nichts. 

Ganz Italien rote Zone

Wegen der Corona -Pandemie im Norden Italiens erklärte der italienische Ministerpräsident am Abend das ganze Land zur roten Zone. Die Reiseleitung informierte die Gruppe nach dem Frühstück darüber was es bedeutet in der roten Zone zu sein und wie es nun mit der Reise weitergehen soll.

Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Massnahmen, wie beispielsweise das unser Reisebus jeden Abend desinfiziert wurde und die Tische im Speisesaal mit einem Sicherheitsabstand aufgestellt waren, wurde jetzt der Gang hinaus aus dem Hotel untersagt. Da unser Mittagessen ausserhalb geplant war, musste die sizilianische Reiseleiterin mit der Hotelleitung eine Lösung suchen. Diese wurde auch ein paar Meter weiter gefunden. Ein Imbiss mit typisch sizilianischen Spezialitäten erklärte sich bereit, für die gesamte Gruppe Arancini und Padelle zu liefern. 

Gute italienische Küche

Arancini sind frittierte und gefüllte Reisbällchen. Im Originalrezept sind sie mit gekochtem Schinken gefüllt, für Vegetarier gibt es die Variante mit Spinat. Dazu gab es Panelle im Brötchen. Panelle sind kleine Pfannkuchen aus Kichererbsenmehl. 

Die Kichererbsen sind Leguminosen und werden im sizilianischen Hinterland angebaut. Die Araber haben die Erbse nach Sizilien gebracht, wo sie beste Anbaubedingungen vorfanden. Sie kommen mit wenig Wasser aus und bevorzugen ein warmes und sonniges Klima. 

In Kleingruppen unterwegs

Während das Reisebüro Twerenbold eine Lösung für eine schnelle Rückreise unter Hochtouren suchte, begaben sich einige Teilnehmer in Kleingruppen hinaus in die Stadt. Das schöne Wetter und die beeindruckenden Gebäude luden zum Flanieren ein. 

Edy Küttel war einer von ihnen. Der 70-jährige hatte keine Angst sich dort zu bewegen, denn die Strassen waren fast menschenleer. Am Abend organisierte das Hotel eine Happy hour. Jedes Getränk an der Bar kostete den halben Preis. Sie waren sehr bemüht in dieser schwierigen Lage für gute Stimmung zu sorgen.

Mit Charterflug zurück in die Schweiz

Am nächsten Tag wurde in der Schweiz ein Flugzeug von Helvetic Airways gechartert. Dieses brachte die komplette Reisegruppe gesund von Palermo nach Zürich zurück. Zuvor gab es jedoch noch rührende Szenen. Das Hotel schloss hinter uns die Tore, denn nach uns waren keine Gäste mehr angemeldet. Die Besitzerin wusste nicht wie es für sie weitergehen wird.

Auch unsere sizilianische Reiseleiterin und der Busfahrer aus Catania sehen in eine ungewisse Zukunft. Eines war aber bereits klar: In den nächsten zwei Monaten werden die beiden keine Arbeit haben. 

Der kleine Einblick macht Lust auf mehr

Schneller als gedacht war die Leserreise nach Sizilien vorbei. Einen kleinen Einblick konnten wir jedoch von der spannenden Mittelmeerinsel erhaschen. Die Stimmung in dieser Schicksalsgemeinde war von Beginn bis zum Schluss gut. Und der Wunsch ist gross, diese Reise im nächsten Frühling noch einmal anzutreten.  Vielleicht aber mit etwas weniger Adrenalin in den Adern.

Leserreise Sizilien: -> Teil 1
Leserreise Sizilien: -> Teil 2

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE