23.06.2019 19:30
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Neuenburg
Die Schäden sind verheerend
Im Val-de-Ruz im Kanton Neuenburg müssen nach heftigen Gewittern in der Nacht auf Samstag grosse Schäden bewältigt werden. Am Sonntag hatten noch immer einige Häuser keinen Strom und kein Warmwasser, und Aufräumarbeiten waren nach wie vor im Gang.

Die heftigen Gewitter gingen am Freitag ab 22 Uhr nieder. Der Bach, der die beiden Dörfer Dombresson und Villier sowohl verbindet als auch durchquert, trat über die Ufer. Seine angeschwollenen Fluten rissen unterwegs alles mit, darunter Dutzende Autos. Vier Personen wurden verletzt, eine von ihnen schwer.

In Dombresson lagen die Strassen mehr als einen Meter unter Wasser, wie Polizeisprecher Pierre-Louis Rochaix am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Die schwer verletzte Frau wurde ins Inselspital nach Bern gebracht, wie Rochaix weiter sagte. Am Sonntag war niemand mehr in Spitalpflege.

In Autos gefangen

Mehrere Menschen waren in ihren Autos gefangen gewesen und mussten aus den im Bachbett liegenden Fahrzeugen geborgen werden. Andere Fahrzeuge hatten die Fluten auf die Dächer gedreht, und auch deren Insassen mussten die Rettungsdienste befreien.

Die Schäden an mehreren Dutzend Gebäuden sind beträchtlich. Am Sonntag hatten mehrere Wohnblocks noch immer keinen Strom, weil sich die Elektrotableaus in überfluteten Räumen befinden. Die Bewohner müssen umquartiert werden, wie Gemeinderätin Anne-Christine Pellissier am Sonntag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Viel Schlamm

Andere Gebäude hatten keine Heizung und somit kein Warmwasser. Den Bewohnern wurden Duschen in der Turnhalle zur Verfügung gestellt. Laut Gemeinderätin Pellissier ist die Solidarität der Menschen gross. Viele hätten den Geschädigten ihre Badezimmer geöffnet und würden beim Aufräumen helfen.

Die Gemeinde empfiehlt den Einwohnern weiterhin, Trinkwasser vor Gebrauch abzukochen. Jenen Menschen, die keinen Strom im Haus haben, stellte sie Wasser in Flaschen zur Verfügung. Wie lange die Aufräumarbeiten dauern würden, war am Sonntag nicht abzuschätzen. An vielen Orten lag noch Schlamm. Laut Gemeinderätin Pellissier blieb der Grundwasserspiegel hoch. Obwohl Wasser abgepumpt worden sei, seien einige Untergeschosse immer noch voll.

Glückskette will helfen

Die Glückskette will der Bevölkerung in Dombresson und Villiers helfen. Alle Haushalte, die durch das Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen wurden, könnten einen Unterstützungsantrag stellen, sobald das Ausmass der Schäden bekannt und die Behandlung des Falles durch die Versicherungen erledigt seien, teilte die Glückskette mit.

Diese Unterstützungsbeiträge werden dem permanenten Fonds für Unwetter in der Schweiz entnommen, der aus Überschüssen vorangehender Sammlungen konstituiert wird. Das Schweizerische Rote Kreuz hat von der Glückskette den Auftrag erhalten, die Anträge zu behandeln.

Die Mobiliar, bei der nach eigenen Angaben rund 40 Prozent der Haushalte in Dombresson und Villiers versichert sind, rechnet mit Schäden von mehreren Millionen Franken. In den meisten Fällen beschädigte das Hochwasser Autos sowie Einrichtungen und Waren in Wohnungen und Kellern, schrieb die Mobiliar. 

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