1.02.2019 09:53
Quelle: schweizerbauer.ch - Esther Schneiter
Blog
Esther sucht nach Neuem
Nach den Blogs aus Neuseeland, von der Alp Meienfall im Diemtigtal und der Alp Pfidertschegg im Eriz, bloggt Esther Schneiter wieder auf www.schweizerbauer.ch. Nun aus ihrem Leben als Lehrerin, Landwirtin und Lernende.

Die Elterngespräche sind abgeschlossen, auch die Übergabe mit der neuen Lehrperson ist geregelt. Ich habe aus privaten Gründen per Ende Semester in der Primarschule Unterlangenegg gekündigt. Als Abschluss ging ich mit der Klasse ins Skilager.

Skilager in St. Stephan

Gemeinsam mit der Mittelstufe aus Oberlangenegg reisten wir nach St. Stephan. Die perfekten Pistenverhältnisse und die motivierten und zufriedenen Kids sind ein Stück weit eine Entschädigung für den grossen Aufwand für uns Lehrpersonen. 

Die Organisation und Verantwortung sind nicht zu unterschätzen. Mir wurde die Anfänger-Gruppe zugeteilt. Zwar konnte ich so nicht so viele Kilometer fahren, dafür ist dies die Gruppe, die in dieser Woche die grössten Fortschritte erzielt.

Ende Januar ist Schluss

Am Mittwochabend löste mich meine Teamkollegin ab. Die letzten zwei Tage war meine Nachfolgerrin nun im Lager. Somit verabschiedete ich mich von den Kindern. Es ist sicherlich nicht einfach «tschüss» zu sagen, zumal mir die Jugendlichen ans Herz gewachsen sind. Aber so ist es nun mal. Ich habe mich bewusst so entschieden und werde nun einen anderen Weg einschlagen.

Wie weiter? – unklar

Eine neue Anstellung habe ich noch nicht. Ich bin so zu sagen «joblos», aber keinesfalls arbeitslos. In letzter Zeit habe ich viele Dinge immer aufgeschoben, weil die Zeit und manchmal auch die Motivation fehlte. So will ich dies nun im Februar erledigen. Im März kann ich dann an Berufsschulen eine Stellvertretung im Fach Allgemeinbildung übernehmen. Was ich ab April mache, weiss ich noch nicht.

Zu viele Möglichkeiten?

Es gibt viele Dinge, die mich interessieren und «gluschten». Vieles steht mir offen. Ich glaube, dass diese Vielfalt und diese fehlende Entscheidungsfähigkeit ein Stück weit ein Evolutionsproblem ist. Ich kenne einige Frauen in meinem Alter, denen es so geht. Über Jahrtausende war klar, dass Frauen heiraten, Kinder kriegen und sich um die Familie kümmern. 

Bei unseren Grossmüttern war eine Frau in einer Kaderposition oder in der Politik noch undenkbar. Auch betreuten in den seltensten Fällen die Väter die Kinder und die Mütter gingen einem Erwerb nach. Innerhalb weniger Jahre wurde dieses alteingesessene Muster durchbrochen und uns Frauen steht fast jeder Weg offen. 

Genügend Zeit, um Entscheidungen zu treffen

Klar gibt es Momente, in denen ich mich stresse. Ich weiss aber, dass ich genügend Zeit habe, um mich zu entscheiden und auch nicht einen Job fürs Leben suchen muss. Vorerst freue ich mich, dass ich mehr Zeit habe. Zeit für mich, den Betrieb, unseren Haushalt und Termine, die ich bisher kaum realisieren konnte.

Besuch der Tier & Technik

So werden Töbu und ich beispielsweise am 21. Februar an die Tier & Technik (21. – 24.2.19) nach St. Gallen fahren. Die Sonderschau «Digitalisierung in der Landwirtschaft» finde ich besonders spannend. Ob wohl ein Unkrautroboter zu sehen sein wird, der auch in steilerem Gelände einsetzbar ist?

Es wird auch ein Smartbow näher vorgestellt. Dies ist ein Datensammler im Ohr der Kuh, der Brunst, Krankheitssymptome und weitere wichtige Verhaltensmerkmale festhält. Bisher tragen unsere Kühe nicht mal Halsbänder, da wir keine Kraftfutterstation haben und die Daten zur Milchleistung nicht abgespeichert werden. Vielleicht wäre Smartbow eine Alternative für uns…

Unser Betrieb

Auf unserem Hof leben im Sommer zirka 25 Kühe (im Winter zirka 40 Kühe), 30 Rinder und 15 Kälber. Der Talbetrieb liegt im Bach, Gemeinde Fahrni. Hier produzieren wir auch das Futter für den Winter. Den Sommer, rund 100 Tage, verbringen wir auf der Alp Fiedersegg im Eriz. Die Tiere grasen nachts auf der Weide. Tagsüber sind sie im Stall, wo sie sich ausruhen können und vor Insekten und der Hitze geschützt sind.

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