23.12.2018 14:25
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Sport
Landwirt landet Überraschungssieg
In Innichen (I) feierte Joos Berry am Samstag seinen ersten Weltcup-Sieg im Skicross. Der 28-jährige Bündner ist gelernter Landwirt und Zimmermann. Er kann vom Sport noch nicht leben. -> Mit Video

Der Prättigauer erwischte einen Traumtag. Berry entschied sämtliche vier Läufe für sich. Im Finale musste er gegen den Franzosen Bastien Midol kämpfen, doch schliesslich setzte er sich durch. 

Arbeiten ist Ausgleich

In seinem 27. Weltcup-Rennen holte sich Berry den ersten Sieg. Seine beste Klassierung war bisher ein 7. Rang, den er 2017 im Heimrennen in Arosa realisierte. Am Freitag holte er sich in Innichen im Südtirol den 14. Rang. Ganz von ungefähr kam der Exploit jedoch nicht, schreibt die Nachrichtenagentur Keystone-sda. In Pitztal im Rahmen der Österreichischen Meisterschaften und im Europacup setzte er Mitte November mit einem Sieg ein Ausrufezeichen. «Ich bin überglücklich. Ich hatte in gutes Herbsttraining. Das es aber direkt so gut aufgeht, hätte ich nicht gedacht», sagte er zu skionline.ch.

Berry kann aber im Gegensatz zu anderen Spitzensportlern (noch) nicht vom Sport leben. Neben den Trainings arbeitet er im einem Holzbaubetrieb in Maienfeld GR. «Das Arbeiten im Betrieb ist für mich ein Ausgleich. Aber finanziell könnte ich vom Skicross nicht leben», sagte er Anfang Dezember gegenüber der «Südostschweiz». Vor dem Arbeiten geht der ausgebildete Landwirt und Zimmermann einige Stunden in den Kraftraum. Gegen 11 Uhr kommt er dann ins das Unternehmen.

Laufend weitergebildet

Sein Chef, Christian Egli, Geschäftsführer der Gebrüder Möhr AG, ist voll des Lobes über seinen Berry. Er sei ein ausgezeichneter Handwerker, zielstrebig und vielseitig einsetzbar. Das Anpacken hat der 28-Jährige auf dem Hof der Eltern gelernt. Nach der Ausbildung zum Landwirt absolvierte er noch eine Zimmermann-Lehre.

Nur auf Sport setzen kam für Berry nicht infrage. Er bildete sich laufend weiter. «Nach dem Sport möchte ich einen fliessenden Übergang ins Berufsleben haben. Hätte es mit dem Skicross nicht geklappt, würde ich sonst mit leeren Händen dastehen», sagt er zu Südostschweiz. 

Skicross wird auf einem mit Sprüngen, Wellen und Kurven aus Schnee versehenen Kurs gefahren, bei dem je vier Skifahrer gleichzeitig starten. Gewertet wird im KO-System, die beiden Erstplatzierten (nach Reihenfolge des Zieleinlaufes) steigen in die nächste Runde auf. Der Körperkontakt zwischen den vier Kontrahenten auf der Strecke ist erlaubt und besonders in der Startphase oft nicht zu vermeiden.

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