27.02.2020 16:56
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Zug
Siegermuni Kolin ist tot
Der Siegermuni des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) in Zug lebt nicht mehr. Kolin wurde aggressiv. Am 10. Februar musste er deshalb geschlachtet werden.

Er war bekannt durch seine Sanftmütigkeit: Der 1500 Kilo schwere Stier verhielt sich an öffentlichen Anlässen wie auch am Esaf sehr vorbildlich.

Auf Hof in Unterägeri

Nach dem Schwingfest kehrte Kolin zurück auf den Hof Weidmatt von Otto Nussbaumer in Unterägeri ZG. Dort hatte ihn sein Betreuer Mändel Nussbaumer, der Bruder von Otto, während Monaten auf das Fest vorbereitet. Gezüchtet wurde Kolin von Michael Schuler aus Oberarth SZ. Otto Nussbaumer hatte den Siegermuni als Kalb gekauft.

Neuer Besitzer des Original-Braunviehstiers nach dem Esaf wurde Mändel Nussbaumer. König Christian Stucki entschied sich für die Siegerprämie statt für den Stier. «An den öffentlichen Auftritten ging immer alles gut. Kolin benahm sich vorbildlich», sagt Mändel Nussbaumer zur «Luzerner Zeitung».

Kolin ging auf Besitzer los

Mit der Zeit begann der Braunvieh-Stier, sich ab und zu schlecht zu benehmen. Er sei aber immer wieder brav gewesen, so Nussbaumer. Er habe wie vor dem Esaf mit Kolin Spaziergänge durchgeführt, ihn gewaschen und gebürstet.

Doch vor rund zwei Wochen war nichts mehr wie zuvor. «Als ich in dem Stall ging, jagte er mir richtig Angst ein», so Nussbaumer zur «Luzerner Zeitung». Kolin habe einige Schritten rückwärts gemacht. Anschliessend sei er auf ihn losgegangen. «Mit einem Sprung zur Seite konnte ich mich in Sicherheit bringen», erklärt Nussbaumer.

Damit war das Todesurteil für Kolin besiegelt. Am 10. Februar wurde der viereinhalbjährige Stier zum Metzger gebracht. «Ich musste handeln, bevor etwas passiert. Auf dem Hof leben Kinder», macht Mändel Nussbaumer klar. 

Wesensveränderungen kommen vor

«Wesensveränderungen kommen bei Stieren in diesem Alter vor», sagt Kantonstierarzt Rainer Nussbaumer. Die seien sehr gefährlich. Den Grund zu eruieren, sei im Nachhinein fast nicht möglich. Die Haltung von Kolin sei aber während des Esaf vorbildlich gewesen. «Auch die Konditionierung im Vorfeld durch Mändel Nussbaumer war vorbildlich», hält der Kantonstierarzt fest. 

Auch Christian Manser von der Fachstelle Rindvieh des Landwirtschaftlichen Zentrum St. Gallen sagt, dass es auch bei gutem Umgang möglich sei, dass ein Stier aggressiv werde. Das Tier müsse zurückweichen, wenn der Landwirt ihm entgegentrete. «Sobald der Stier bemerkt, wie stark es ist und den Respekt vor dem Halter verliert, wird es kritisch», hält Manser gegenüber der «Luzerner Zeitung» fest. 

Die Veränderung bei Kolin könnte in der Stille nach dem Fest begründet sein. «Er war nicht mehr ständig im Mittelpunkt. Möglicherweise wurde ihm ein wenig langweilig», sagt Manser.

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