13.08.2019 16:10
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/jgr
Wallis
Strasse nach Steinschlag wieder offen
Die Strasse St. Niklaus-Randa VS ist nach einem Steinschlag am Montagabend wieder offen. Auch die Bahn fährt wieder.

Nach einem Steinschlag am Montagabend konnte die Kantonsstrasse im Mattertal am Dienstagmorgen um 11 Uhr wieder geöffnet werden. Die Bahnlinie blieb vorerst unterbrochen. Verletzt wurde beim Ereignis niemand.

Wie die Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGBahn) auf ihrer Webseite mitteilte, konnte die Strasse zwischen Herbriggen und Randa ab 11 Uhr wieder befahren werden. Zwischen St. Niklaus und Täsch verkehrten vorerst noch Ersatzbusse. Zuvor war Zermatt weder auf der Strasse noch der Schiene erreichbar gewesen.

Auch Fahrleitung beschädigt

Wie MGBahn-Mediensprecher Jan Bärwalde gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärte, ist die Wiederaufnahme des Bahnbetriebs für den Dienstagnachmittag vorgesehen. Eine Gleisseite war durch den Steinschlag auf einer Länge von 20 bis 30 Metern beschädigt worden. In Mitleidenschaft gezogen worden war auch die Fahrleitung auf einer Länge von rund 100 Metern.

Der Steinschlag ereignete sich am Montagabend gegen 19.30 Uhr, wie die Medienstelle der Kantonspolizei Wallis auf Anfrage einen Bericht des «Walliser Bote» bestätigt hatte.

Die Abbruchstelle konnte nach einem ersten Reko-Flug am Montagabend rund 50 Meter oberhalb der Kantonsstrasse am Ort genannt «Lerch» ausgemacht werden. Bereits 1991 kam es bei diesem Weiler zu einem Felssturz (siehe Kasten). Weil das Risiko auf weitere Abbrüche bestand, war für Dienstagmorgen zunächst ein weiterer Reko-Flug mit dem Helikopter angesetzt.

141 Millimeter Regen in Robiei TI

Seit Sonntagabend sind insbesondere im Süden der Schweiz zum Teil grosse Mengen Regen niedergegangen. Am meisten Regen fiel laut Angaben des Wetterdienstes Meteoschweiz vom Dienstag mit 141 Millimetern in Robiei im Nordtessin. In Biasca und Airolo waren es 135 beziehungsweise 133 Millimeter.

Nördlich der Alpen war vor allem der Kanton Graubünden von grossen Regenmengen betroffen. Auffällig waren die grossen regionalen Unterschiede: so wurden in Stabio im Südtessin nur 0,5 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Das viele Wasser führte örtlich zu Erdrutschen, Steinschlägen und hochgehenden Bächen. In den kommenden Tagen dürfte sich die Lage entspannen.

Bergstürze in Randa

Die schlimmste Katastrophe für Randa war der Bergsturz im Jahr 1991. Am 18. April stürzten bei Randa im hinteren Mattertal rund 15 Millionen m3 Fels zu Tal. Die Felsblöcke waren teilweise so gross wie Einfamilienhäuser, die Sturzhöhe betrug 600 Meter. Hauptursachen des Bergsturzes seien die Wirkung von Frost- und Tauperioden und von erhöhtem Wasserdruck in Gesteinsklüften, ist auf der Internetseite der Nationalen Plattform Naturgefahren (Planat) nachzulesen. 

Durch den Bergsturz wurden die Verkehrsverbindungen unterbrochen. Die Bahnlinie wurde verschüttet und die Strasse musste zwischenzeitlich aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. 

Drei Tage nach dem ersten Bergsturz gab es einen Nachsturz von rund 100'000 m3. Dank einem Alarm 30 Minuten vor dem Ereignis, konnte das Gefahrengebiet geräumt werden.

Am 9. Mai des gleichen Jahres ereignete sich erneut ein Bergsturz. Die Geröllmassen begruben grosse Teile des Weilers Lerch mit 33 Landwirtschaftsgebäuden und Ferienhäusern sowie sieben Pferden und 35 Schafen, die Hauptstrasse nach Täsch und die Strecke der Brig-Visp-Zermatt-Bahn.Menschen kamen beim Unglück keine ums Leben.  jgr

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