28.02.2020 10:21
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Wetter
Sturm Bianca fegte über die Schweiz
Mit kräftigen Böen ist am Donnerstagabend das Sturmtief Bianca über die Schweiz gefegt. Auf dem Chasseral wurden mit 172 Kilometern pro Stunde und auf dem Säntis mit 168 km/h die höchsten Werte gemessen, wie SRF Meteo am Freitag mitteilte.

Zahlreiche Berggipfel meldeten Orkanböen. Der Sturm tobte jedoch auch in den Voralpen. So wurde in Einsiedeln eine Windgeschwindigkeit von 131 Kilometern pro Stunde gemessen. In Gersau LU waren es 128 und in Plaffeien FR 122 Stundenkilometer.

Jura und Alpenrand

Das Randtief Bianca hatte sich in einer kräftigen Westströmung entwickelt. Es verlagerte sich innerhalb eines Tages von Cornwall in die Tschechische Republik. Am Abend zog das Tief dann knapp nördlich an der Schweiz vorbei.

Wie üblich bei solchen Randlagen gab es die stärksten Böen am Südrand des Tiefs. So lag das Band mit den höchsten Windwerten in der Schweiz zwischen dem Jura und dem Alpenrand.

Gekippter Laster - geknickter Strommast

Aus dem Mittelland wurden denn auch die Schäden gemeldet. Verletzt wurde niemand. Im Kanton Solothurn standen rund ein Dutzend Feuerwehren und die Polizei im Einsatz.

Auf der Autobahn A1 bei Oensingen SO wehte der Sturm am Donnerstagabend einen Sattelschlepper um. Das unbeladene Gefährt kippte auf die Seite und kam auf der Überholspur zu liegen. Zur Bergung war ein Spezialkran nötig. Darüber hinaus gab es umgestürzte Bäume, umgeworfene Baustellensignale und von Dächern weggewehte Ziegel.

Im Kanton Aargau waren am Donnerstagabend 18 Verbindungsstrassen vorübergehend gesperrt. Heftige Böen rissen in Windisch das halbe Dach einer Turnhalle herunter. In Leuggern brach ein Strommast unter der Wucht des Winds. Dadurch fiel der Strom in Endingen, Lengnau, Schneisingen und Teferfelden für mehr als zwei Stunden bis kurz nach 23 Uhr aus.

Bleibt sonnig bis Samstag

Kantonsweit standen mehr als 25 Feuerwehren im Einsatz. Die Notrufzentrale registrierte rund 60 Schadenmeldungen zu umgestürzten Bäume und weggewehten Baustellenabschrankungen.

Der Freitag bringt sonniges Wetter. Am Nachmittag stellt sich am Alpenkamm Föhn ein. Dichte Wolkenfelder einer Warmfront überqueren die Schweiz. Am Samstag wird es meist sonnig und trocken. Die Nullgradgrenze erreicht 2000 bis 2500 Meter. Am Alpenkamm weht kräftiger Südföhn. In der Nacht zum Sonntag überquerte ein Kaltfront die Schweiz von West nach Ost und bringt wenig Regen.

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