24.07.2019 17:17
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
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Was halten Sie von Feuerwerk?
In den kommenden Tagen werden wieder tausende Raketen in Himmel steigen und Knallkörper werden für mächtig Lärm sorgen. Was halten Sie vom Feuerwerk? Freuen Sie sich über die farbigen Bilder? Oder würden Sie gar ein Verbot befürworten? Abstimmen und mitdiskutieren

In den kommenden Tagen ist es wieder soweit: Raketen erhellen den Nachthimmel, Knallkörper sorgen teilweise für ohrenbetäubenden Lärm. Der 1. August steht vor der Tür. Feuerwerk belastet aber die Luft und verursacht Lärm.

1800 Tonnen Feuerwerkskörper

Gemäss dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) werden in der Schweiz jedes Jahr schätzungsweise 1800 Tonnen Feuerwerkskörper verkauft, darunter 460 Tonnen pyrotechnische Feuerwerkssätze. Diese bestehen neben Schwarzpulver auch aus farbgebenden Metallverbindungen. Beim Abbrennen entstehen daraus etwa 320 Tonnen Feinstaub. In der Schweiz werden jährlich rund 18'000 Tonnen Feinstaub pro Jahr ausgestossen. Feuerwerke tragen also 1 - 2 Prozent zur jährlichen Gesamtbelastung bei.

Und auch für das Klima sind Feuerwerke nicht ganz so schlimm. Gemäss der Bafu-Studie setzen die in der Schweiz gezündeten Feuerwerkskörper 86 Tonnen CO2 frei. Pro Kopf sind das 0,00001 Tonnen. Zum Vergleich: Der Pro-Kopf-Ausstoss in der Schweiz betrug im Jahr 2017 4,5 Tonnen. «Aus Klimaschutzgründen auf Feuerwerk zu verzichten, macht keinen Sinn», sagte Empa-Luftreinhaltespezialist Dominik Brunner zum «St.Galler Tagblatt». Der CO2-Ausstoss von Böllern und Raketen sei vergleichsweise marginal, sagt ETH-Klimaforscher Reto Knutti zu «20min».

Sicherheitsabstand 

Bei empfindlichen Personen können Feuerwerke aber Beschwerden verursachen. Das Bafu empfiehlt deshalb Personen, die an einer Erkrankung der Atemwege oder unter Kreislauferkrankungen leiden, die unmittelbare Nähe von Feuerwerken zu meiden.

Durch das Abbrennen von Feuerwerkskörper in der Nähe von Personen ergeben sich aber noch weitere Gefahren: Denn der hohe Lärmpegel könne zu irreversiblen Gehörschäden führen. Deshalb sei es wichtig, den empfohlenen Sicherheitsabstand einzuhalten.

Tiere sind gestresst

Das Feuerwerk rund um den Nationalfeiertag hat aber nicht nur Freunde. Vor allem Tiere haben an der Knallerei keine Freude.  Gemäss dem Schweizer Tierschutz sollten Heimtiere am Feiertag nicht ins Freie gelassen werden. Sie sollten auch nicht alleine gelassen werden. Ein ruhiger Ort mit Rückzugsmöglichkeit und geschlossene Fenster und Läden helfen.

Auch Nutz- und Wildtiere sind gestresst. Feuerwerk in der Nähe von Ställen, Weiden und Wäldern sollte vermieden werden. Wenn die Tiere flüchten, besteht die Gefahr, dass sie sich an Zäunen erheblich verletzen oder auf die Strasse rennen.

Grundsätzlich dürfen Feuerwerke ohne Abbrandbewilligung abgefeuert werden. Einige Gemeinden haben Zonen definiert, wo Feuerwerkskörper gezündet werden dürfen. Seit 2014 gibt es Änderungen beim Abbrennen von Feuerwerk. Feuerwerk zu Vergnügungszwecken wird in der Schweiz in 4 Kategorien unterteilt. Für Kategorien 1 bis 3 gibt es Vorschriften beim Verkauf. Für Feuerwerke der Kategorie, hier handelt es sich um grössere Batterien, gibt eine Ausweispflicht. Wer solche Feuerwerksbatterien abfeuern will, muss einen eintägigen Kurs mit Abschlusstest besuchen. 

Einige Detailhändler verzichten auf Verkauf

Feuerwerk ist aber in der Bevölkerung nicht unbestritten. Die meisten Genossenschaften der Migros haben Feuerwerk aus dem Sortiment genommen. Auch mehrere Landi verkaufen keine solche Produkte mehr. Coop, Aldi und auch Lidl belassen Feuerwerksartikel im Sortiment.

Vielleicht macht das Wetter vielerorts das Abrennen solcher Artikel zunichte. Aufgrund der Trockenheit herrscht in einigen Regionen der Schweiz bereits erhebliche Waldbrandgefahr. Sollten bis Mitte der nächsten Woche keine nennenswerten Niederschläge fallen, ist ein Verbot durchaus möglich.

Was halten Sie von den Raketen, Böllern und Vulkane? Gehört dies zu 1. August dazu? Oder halten Sie Feuerwerk für überflüssig?

Grundsätzlich dürfen Feuerwerke ohne Abbrandbewilligung abgefeuert werden. Die eidgenössischen Erlasse kennen für Feuerwerk der Kategorie 1-3 (siehe Kasten) keine Bewilligungspflicht. Für Feuerwerk der Kategorie 4 wird eine Abbrandbewilligung benötigt.

Die verschiedenen Kategorien für Feuerwerk

Feuerwerk zu Vergnügungszwecken wird in der Schweiz in 4 Kategorien unterteilt:

Kategorie 1 – Pyrotechnische Spielwaren: Verkauf nur an Personen über 12 Jahren. In diese Kategorie fallen Bengalstreichhölzer, kleine Raketen, kleine Vulkane, Tischbomben. Es handelt sich um Feuerwerk mit sehr geringem Gefährdungspotenzial.

Kategorie 2 – Feuerwerk mit geringfügigem Gefährdungspotenzial. Verkaufsbewilligung notwendig. Verkauf nur an Personen über 16 Jahren. In diese Kategorie gehören Raketen (bis 75 g Nettoexplosivstoffmasse), mittlere Vulkane, Rad/Sonnen, römische Licht. Es handelt sich um Feuerwerk mit geringem Gefährdungspotenzial zur Verwendung in kleinen offenen Bereichen im Freien.

Kategorie 3 – Feuerwerk mit erhöhtem Gefährdungspotenzial. Verkaufsbewilligung notwendig. Verkauf nur an Personen über 18 Jahren. Dazu gehören grössere Raketen (bis 500 g Nettoexplosivstoffmasse), grosse Vulkane (bis 750 g Nettoexplosivstoffmasse), Batterie oder Kombination, Rad/Sonnen (bis 900 g Nettoexplosivstoffmasse). Es handelt sich um Feuerwerk mit erhöhtem Gefährdungspotential zur Verwendung in weiten, offenen Bereichen im Freien.

Kategorie 4 – Feuerwerk mit erheblichem Gefährdungspotenzial. Nicht im Detailhandel erhältlich. Seit 2014 Verkaufsbewilligung nur nach Schulung, mit Fachausweis, Erwerbsschein und Abbrandgenehmigung. Hier handelt es sich um grössere Batterien oder Kombinationen. Es handelt sich um Feuerwerk mit erheblichem Gefährdungspotential.

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