4.07.2020 18:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Österreich
Winzer holt Wein aus Bodensee
Rund ein Jahr lag es auf dem Grund des Bodensees: Ein Fass mit rotem Wein haben Taucher am Samstag aus der Bregenzer Bucht geborgen.

Versenkt hatte es dort der österreichische Winzer Josef Möth - um herauszufinden, ob sich die gleichbleibende Temperatur von vier Grad, der in der Tiefe herrschende Druck und das spärliche Licht auf Qualität und Geschmack des Weins auswirken. Der Weinbauer setzt grosse Hoffnung in das Ergebnis: «Es kann sein, dass wir mit unserem Experiment eine neue Ära der Weinlagerung eingeleitet haben», sagte er.

Eine kleine Panne gab es allerdings bei der Aktion: Der Tank mit 1000 Litern Wein lag zusammen mit einem weiteren Tank Weisswein seit Mai 2019 auf dem Bodenseegrund - und eigentlich hätte am Samstag der weisse Wein geborgen werden sollen.

Nach Angaben einer Sprecherin von Möth liessen sich jedoch die beiden Tanks in der Tiefe nicht unterscheiden, so dass versehentlich der Rotwein heraufgeholt wurde. Dabei wurde das Fass in knapp 60 Metern Tiefe an ein Bergeseil gehängt, mit Hilfe von Hebeballons angehoben und in den Bregenzer Hafen geschleppt. Später soll der Wein von Experten verköstigt und dann als Sonderedition verkauft werden. Der weisse Wein bleibt nun noch bis zum Herbst im Bodensee.

Weinfässer wurden in Spezialfolie eingepackt

Ähnliche Experimente gab es auch schon von anderen Winzern. So versenkte beispielsweise das Weingut Balthasar Ress weissen Wein für rund drei Jahre in einem Baggersee in Rheinland-Pfalz.

Am Bodensee könnten aber auch Bootsbesitzer den Versuch mit Interesse verfolgen: Die Weinfässer wurden in eine Spezialfolie gepackt, um zu erforschen, ob diese Ablagerungen und eine Ansiedlung der im Bodensee weit verbreiteten Quaggamuscheln verhindern kann. Erste Ergebnisse deuten nach Angaben der Sprecherin darauf hin, dass das der Fall ist. 

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